HoPsy
Hochschulstrukturen und psychische Gesundheit: Die Bedeutung individueller und institutioneller Faktoren für die psychische Gesundheit Studierender
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass psychische Erkrankungen bei Studierenden zunehmen und zugleich die Bedingungskonstellationen, die im Zusammenspiel individueller Dispositionen und institutioneller Rahmenbedingungen das Auftreten psychischer Erkrankungen begünstigen, weitgehend unerklärt sind. Unter institutionellen Rahmenbedingungen sind dabei u.a. Studienstrukturen, Unterstützungsleistungen der Hochschulen, aber auch die impliziten und expliziten Normen und Regeln des wissenschaftlichen Feldes zu verstehen. Das Projekt ist an der interdisziplinären Schnittstelle zwischen Hochschul- und Gesundheitsforschung angesiedelt. Hier entsteht zugleich ein Desiderat: Den bundesweit angelegten Studien der Studierendenforschung (bspw. Sozialerhebungen) mangelt es an analytischer Tiefe zum Thema psychische Gesundheit. Die Studien bleiben auf einem deskriptiven Niveau und nehmen den Gesundheitsstatus Studierender vornehmlich in der Perspektive des Studienerfolgs in den Blick. Umgekehrt ist die Gesundheitsforschung unsensibel für die spezifische Situation der Population der Studierenden. Das Projekt zielt daher darauf, ein theoriegeleitetes Befragungsinventar zur Untersuchung der psychischen Gesundheit Studierender zu entwickeln, welches in den großangelegten bundesweiten Studien nachgenutzt werden kann. Zu diesem Zweck wird eine qualitative Baseline-Studie durchgeführt, um Determinanten der psychischen Gesundheit auf der individuellen und der institutionellen Ebene zu identifizieren. Daran schließt sich die Konzeption, Testung (Durchführung einer Surveystudie) und Validierung eines Befragungsinventars an. Die Entwicklungsergebnisse werden durch Transfer- und Disseminationsaktivitäten breit in die Lehrentwicklung multipliziert. Relevante Stakeholder (Studierende, psychosoziale Beratungsstellen) werden im Format von Design-Thinking Workshops in die Konzeptionsarbeit einbezogen. In Kooperation mit dem Verbundpartner werden Sekundäranalysen bestehender Studien angefertigt.
Zuwendungsempfänger
Verbundprojekt:
Prof. Dr. Philipp Pohlenz (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Projektleitung)
FKZ: 16RBM2006A-B
Laufzeit: 01.01.2026 - 31.12.2028