Wissenstransfer

Wissenstransfer

Neben Lehre und Forschung bildet seit einigen Jahren der Wissenstransfer eine zusätzliche zentrale Leistungsdimension im Wissenschafts- und Hochschulsystem. Als Transfer wird die systematische und zielgerichtete Überführung des in der – überwiegend öffentlich finanzierten – Forschung generierten neuen Wissens in die Gesellschaft („knowledge transfer“) bezeichnet und umfasst auch neue Technologien.

Während sich die wissenschaftliche Reflektion über Transfer ursprünglich vorwiegend auf die natur- und technikwissenschaftlichen Fächer bezogen hat, werden inzwischen an alle Wissenschaftsbereiche und Disziplinen hohe Erwartungen hinsichtlich der Überführung ihrer Forschungsergebnisse in die Anwendung und Praxis gerichtet. Mit der zunehmenden Bedeutung des Wissenstransfers für das gesamte Wissenschafts- und Hochschulsystem sind eine Vielzahl von Instrumenten, Mechanismen und Strukturen (auch Gremien) entwickelt bzw. aufgebaut worden. Im Ergebnis sind in Deutschland ein dynamisches Wissenstransfergeschehen und die Etablierung verschiedener Transferpfade zu beobachten.

Das Ziel der Förderrichtlinie besteht darin, wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse über vorhandene Aktivitäten und Strukturen zur Überführung wissenschaftlich erzeugten Wissens in die Anwendung zu generieren sowie deren Entwicklung im Verlauf nachzuzeichnen. Identifiziert werden sollen so die zentralen Determinanten eines erfolgreichen zielgerichteten Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie vorhandene „Lücken“, Hemmnisse oder Vorbehalte – jeweils bezogen auf die verschiedenen Transferpfade.

Das BMBF plant Forschungsvorhaben zu fördern, die sich theoretisch fundiert und empirisch orientiert dem Thema Wissenstransfer widmen. Förderfähig sind insbesondere Vorhaben aus folgenden Themenspektren:

  • Status quo-Analysen und empirische Befunde zu wissenschaftsinternen Ansätzen des Wissenstransfers
  • Wirksamkeitspotenziale existierender wissenschaftsinterner Transferansätze; Erfolgsvoraussetzungen und Transferhemmnisse im Wissenschaftssystem
  • Transdisziplinarität
  • Wissenstransfer in der Wissenschafts- und Hochschulforschung
  • Systematischer Forschungsüberblick zum Thema „Transferforschung“
  • Digitalisierungen im wissenschaftsinternen Wissenstransfer

Informationen zum Verfahren

Die Förderrichtlinie „Wissenstransfer“ ist auf große Resonanz gestoßen, insgesamt wurden 105 Skizzen eingereicht. Derzeit wird das Begutachtungsverfahren vorbereitet. Mit einem Ergebnis ist im September zu rechnen. Die Liste mit den positiv begutachteten Skizzen wird auf dem Portal zur Wissenschafts- und Hochschulforschung veröffentlicht.

In der zweiten Verfahrensstufe, im September werden die Verfasserinnen und Verfasser der positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen.

Ansprechpartner

Ansprechpartner beim Projektträger ist für administrative Fragen Herr Kai Föste (Telefon: +49 228 3821-1857) und für fachliche Fragen Herr Dr. Patrick Fick (Telefon: +49 228 3821-1829) oder Frau Dr. Anush Köppert (Telefon: +49 228 3821-1310); administrative und fachliche Fragen können Sie zudem per E-Mail senden an: wihoforschung@dlr.de.