VORAUS

Etablierte Formate der Qualitätssicherung weiterentwickeln: Auf welche VORbehalte und Einverständnisse trifft eine teil-randomisierte AUSwahl von Forschungsprojekten im wissenschaftlichen Feld?

Leibniz Universität Hannover

Das wissenschaftliche Feld hat eigene Formate der Qualitätssicherung wie Peer Review-Verfahren oder Jury-Begutachtungen zur Selbstregulation und -kontrolle ausgebildet. Sie werden teilweise dafür kritisiert, "Mainstream-Forschung" zu privilegieren. Eine Alternative, um die den etablierten Formaten inhärente Orthodoxie zu mindern und die Chancen zu vergrößern, Non-Mainstreamforschung zu fördern, wird in einer teil-randomisierten Auswahl von Förderanträgen gesehen. Veränderungen der etablierten Formate der Qualitätssicherungen wirken aber – so eine leitendende Annahme des Forschungsvorhabens – mutmaßlich hemmend, wenn man berücksichtigt, dass daran erstens die wissenschaftlich legitimierte Zuteilung materieller Ressourcen geknüpft ist; was angesichts der gestiegenen Drittelabhängigkeit der Forschung oftmals heißt, Forschung und wissenschaftliche Karrierewege überhaupt zu ermöglichen. Oder zweitens daran zunehmend die Zuteilung symbolischer Ressourcen wie wissenschaftliche Reputation, Sichtbarkeit etc. gebunden wird. Das Forschungsvorhaben untersucht vier zentrale Aspekte zur Anwendung einer teil-randomisierten Auswahl:

  1. Welche Vorbehalte und Einverständnisse herrschen zum Thema teil-randomisierte Auswahl im wissenschaftlichen Feld vor?
  2. Welche Folgewirkungen lassen sich daraus hinsichtlich der Einführung einer teil-randomisierten Auswahl auf die den etablierten Begutachtungsverfahren angelagerten symbolischen Zuteilungen antizipieren?
  3. Wie könnte eine teil-randomisierte Auswahl zur Förderung von Non-Mainstreamforschung gerahmt werden?
  4. Kann dieser Vorschlag zur Weiterentwicklung überhaupt wissenschaftsadäqat gerahmt werden?

Das Projekt erzielt Vorbehalte und Einverständnisse im wissenschaftlichen Feld gegenüber Teil-Randomisierungen herauszuarbeiten und auf dieser Grundlage zu klären, was gegenwärtig als wissenschaftsadäquat gilt.

Keywords: Teil-Randomisierung, Non-Mainstreamforschung, Forschungsförderung, wissenschaftliche Reputation, Wissenschaftsadäquanz


Zuwendungsempfänger

Leibniz Universität Hannover
Projektleitung: Dr. Axel Philipps
FKZ: 01PW18004
Betrag: 291.079,20 €

Laufzeit: 01.04.2019 – 30.09.2021


Kontakt

Dr. Axel Philipps
Telefon: +49 (0) 511 762-5780
E-Mail: a.philipps@ish.uni-hannover.de