Vom Hörsaal zu den Sternen: ESA Astronautenauswahl

Freya Scheffler-Kayser, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

Ein Film zur Mission „horizons“ des deutschen ESA-Astronauten Dr. Alexander Gerst illustrierte die Arbeiten und Aufgaben, die ein Astronaut auf einem halbjährigen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS erwarten. Nach den Voraussetzungen für eine Astronautenausschreibung und ihrer Historie wurden die Anforderungen in Bildung, körperlicher Verfassung, den Fähigkeiten und der Persönlichkeit eines Astronauten dargestellt. Das Beispiel der letzten ESA-Astronautenauswahl 2008 stellte den mehrstufigen Auswahlprozess dar. Nach einer computergestützten Auswahl auf Basis der eingereichten Unterlagen erfolgt ein eintägiger psychologischer Computertest, der kognitive und psychomotorische Fähigkeiten, Multitasking, Sprachkenntnisse sowie das Visualisierungsvermögen abprüft. In einer Art Assessment Center mit Gruppenarbeiten, auch unter Realsituationen, und Computersimulationen erfolgen weitere psychologische Tests zur Persönlichkeitsstruktur. Nach weiterer Selektion erfolgt ein fünftägiger medizinischer Test. Nach Jobinterviews ergibt sich die sog. „Shortlist“. Hieraus wählt der ESA-Generaldirektor dann nach weiteren Interviews die neuen auszubildenden Astronauten aus. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass mit dieser Art Auswahlverfahren Astronautenanwärter selektiert werden, die durch eine entsprechende Ausbildung und Trainings den Anforderungen einer Raumfahrtmission gewachsen sind. Als nächster Deutscher soll Dr. Matthias Maurer voraussichtlich in 2022 zur ISS fliegen. Das nächste Auswahlverfahren ist in 2020 geplant, um auch für Flüge nach 2024 zur ISS und eventuell Ende des nächsten Jahrzehnts sicherzustellen. Ein kurzer Film zeigte Aspekte der Astronautenausbildung von Alexander Gerst.

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