Symposium „Studienerfolg und Studienabbruch“

GEBF-Tagung

Vom 25.-27. Februar 2019 fand die 7. Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung an der Universität zu Köln statt. Im Rahmen der GEBF-Tagung wurde ein Smposium zum Thema Studienerfolg und Studienabbruch eingeladen, in dem auch zahlreiche Projekte der BMBF-Förderlinie ihre Ergebnisse vorstellten und gemeinsam im Plenum der gut besuchten Veranstaltung diskutierten.

Die Sicherung des Studienerfolgs – ohne dabei die Standards der Hochschulbildung zu senken – gehört zu den großen Herausforderungen für Hochschulen. Dennoch verlassen knapp 30 % aller Bachelorstudierenden die Hochschulen ohne Abschluss. Schon weil es sich um eine quantitativ so bedeutsame Gruppe handelt, sind Fragen nach den Ursachen und Folgen von Studienabbrüchen von hoher Relevanz – für Hochschulen und Bildungsforschung gleichermaßen. Trotz hoher Bedeutsamkeit wurde das Thema Studienabbruch durch die empirische Bildungsforschung bislang vergleichsweise wenig fokussiert. Seit 2017 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie „Studienerfolg und Studienabbruch“ 19 Projekte, um mehr gesichertes Wissen zu den oben genannten Aspekten zu erhalten.

Im Smyposium wurden aus dem vielseitigen Spektrum der laufenden Forschungsaktivitäten erste Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Die einzelnen Beiträge unterschieden sich hinsichtlich ihrer konkreten Fragestellungen, der eingesetzten Methoden, der verwendeten Daten und der disziplinären Verortung, um den Forschungsgegenstand aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Im einleitenden Beitrag von Ulrich Heublein und Sören Isleib wurde zunächst ein Überblick über die verschiedenen theoretischen Zugänge zur Erklärung von Studienabbrüchen geliefert. Daran anschließend wurde ein vom DZHW entwickeltes Modell des Studienabbruchprozesses vorgestellt, dass die verschiedenen Ansätze in einem theoretischen Rahmen zusammenfasst. Der Erklärungsgehalt des Modells wurde auf Basis einer bundesweit repräsentativen Befragung von Exmatrikulierten überprüft, um Aussagen treffen zu können, welchen der in den verschiedenen wissenschaftlichen Ansätzen jeweils diskutierten Einflussfaktoren für die Erklärung des Studienabbruchs zentrale Bedeutung zukommt.

Der Beitrag von Theresa Schnettler, Julia Bobe, Stefan Fries und Carola Grunschel ging aus psychologischer Perspektive der Frage nach, ob eine Veränderung von akademischer Selbstwirksamkeitserwartung, wahrgenommenem Wert und Kosten des Studiums zu einer Änderung der Abbruchintention führt. Der Beitrag fokussierte damit explizit und differenziert motivationale Bedingungen des Studienabbruchs und untersuchte diese mit einem längsschnittlichen Design.

Der dritte Beitrag stammte von den Bildungsökonomen Johannes Berens und Kerstin Schneider. Sie haben ein Frühwarnsystem entwickelt, das mittels ‚machine learning‘ Verfahren administrative Studierendendaten auswertet und die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs prognostiziert. In ihrem Beitrag stellten sie dieses Verfahren vor, prüften die Vorhersagekraft ihres Modells und untersuchten, wie Genauigkeit und Aufwand von Frühwarnsystemen zusammenhängen.

Schließlich fragte das soziologisch-erziehungswissenschaftliche Team um Annabell Daniel, Martin Neugebauer und Rainer Watermann in ihrem Beitrag nach den Folgen eines Studienabbruchs für den Übergang in den Arbeitsmarkt. Mit einer Vignettenstudie, bei der Unternehmen verschiedene Bewerberprofile mit und ohne Studienabbruch vorgelegt wurden, untersuchten die Autoren die Signalwirkung eines Studienabbruchs bei Stellenbesetzungen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Ein abschließender Diskussionsbeitrag von Oliver Dickhäuser ordnete die einzelnen Befunde in einen übergeordneten Zusammenhang ein.