ReAD-StuD

Registrierung, Adhärenz und Datenverfügbarkeit klinischer Studien in Deutschland - zeitliche Trends und strukturelle Einflussfaktoren

Fachhochschule Bielefeld

Aktuelle quantitative Analysen des Outputs des Wissenschaftssystems zeichnen ein sehr negatives Bild medizinischer Forschung. Es ist klar, dass sich die Art und Weise, wie Forschungsergebnisse kommuniziert werden, verändern muss. Drei zentrale Aspekte sind hierbei (1) die detaillierte Registrierung klinischer Studien, (2) die Überprüfung der Adhärenz zu diesen Studienplänen und (3) das Verfügbarmachen von klinischen Forschungsergebnissen auf der Ebene der Rohdaten.

Das Vorhaben wird anhand einer quantitativen Analyse aller registrierten klinischen Studien, die in den letzten 20 Jahren in Deutschland durchgeführt wurden, versuchen festzustellen, welche strukturellen Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass sich diese Aspekte verbessern.

Das Projekt wird systematisch klinische Studien analysieren. Nachdem in deutschen und internationalen Registern die relevanten Studien identifiziert und zusammengeführt wurden, werden diese bewertet. Als abhängige Maße werden dabei die Detailtiefe der Registrierung, die Adhärenz zu den in der Registrierung angegebenen Informationen sowie die Verfügbarkeit von Rohdaten erfasst. Als unabhängige Variablen sollen (1) Zeitpunkt der Studiendurchführung, (2) spezifisch deutsche strukturelle Merkmale (z.B. Beteiligung eines Koordinierungszentrums klinischer Studien oder Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative) und (3)übergreifende strukturelle Merkmale (Industrie-Sponsoring, Internationalisierung, Fachbereich) erfasst werden.

Die Ergebnisse sollen als klassische Publikationen in Fachzeitschriften sowie in einem sogenannten R-Paket verwertet werden, welches die Funktionen enthält, um die Registrierungsdatenbanken zu analysieren. Dieses wird über das CRAN-Netzwerk verteilt werden, wodurch erstens alle Forscherinnen und Forscher sowie Interessierte weltweit Zugriff auf diese Analysemethoden erhalten und zweitens der Code nach einem festen Schema dokumentiert wird. Durch die umfangreiche und strukturierte Dokumentation werden auch andere Forscherinnen und Forscher die Methodik schnell nachvollziehen und adaptieren können.


Zuwendungsempfänger:

Fachhochschule Bielefeld
Projektleitung: Dr. Gerrit Hirschfeld

FKZ: 01PU17010
Betrag: 163.704,94 EUR
Laufzeit: 01.10.2018 – 31.03.2021