Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft für eine höchstmögliche Lehr-, Forschungs- und Transferqualität

Kick-Off Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft

Mit einer Kick-Off Veranstaltung ist die BMBF-Förderlinie „Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft“ gestartet. Auf Einladung des Bundesforschungsministeriums trafen sich am 5. und 6. Dezember 2019 die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der insgesamt 15 geförderten Projekte an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

Das übergreifende Ziel der Kick-Off Veranstaltung war das gegenseitige Kennenlernen, die Vernetzung der Projektbeteiligten unterschiedlicher Fachdisziplinen sowie der Austausch zu den jeweiligen Forschungszielen und -methoden. Dabei konnten auch erste Gemeinsamkeiten und Synergien identifiziert werden. „Wir haben hier Bündnispartner gefunden und werden unsere Forschung nun stärker aneinander ausrichten“, bilanzierte eine Projektleiterin die Veranstaltung.

Die Förderlinie „Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft“ ist die erste von zwei Förderlinien, mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Forschung zu diesem Themenbereich in jeweils unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten stärkt. Auf der Kick-Off Veranstaltung zeigte sich eindrucksvoll, dass die in den kommenden Jahren im Fokus stehenden Forschungsfragen den Kern des Förderschwerpunkts „Wissenschafts- und Hochschulforschung“ berühren. Die Identifikation von Kompetenzprofilen und des Weiterbildungsbedarfs von Wissenschaftsmanagerinnen und -managern, Fragen nach dem Beitrag wissenschaftlicher Beiräte zur Qualitätsentwicklung von Forschungsprojekten oder Curricula sowie die Entwicklung von Tools zur Messung von Technologietransfer sind geeignet, um Handlungswissen für eine höchstmögliche Lehr-, Forschungs- und Transferqualität bereitzustellen.

Kern der Kick-Off Veranstaltung war die wechselseitige Vorstellung der Projekte in den vier Themenclustern der Förderlinie: Im Cluster Wissenschaftsimmanente Qualitätsentwicklungsverfahren geht es um die Qualitätssicherung wissenschaftsspezifischer Prozesse, etwa bei der Berufung von Professorinnen und Professoren. Hierbei soll also der besondere Charakter des Wissenschaftssystems berücksichtigt werden, der es selten erlaubt, Verfahren aus anderen gesellschaftlichen Bereichen direkt zu übertragen. In einem zweiten Cluster Qualitätsentwicklung für den Transfer werden unter anderem die nachhaltige Verbreitung von Forschungsergebnissen und vor allem die Messbarkeit des Erfolgs von Transfer untersucht. In einem dritten Cluster Professionalisierung im Wissenschaftsmanagement werden Fragen bearbeitet, die sich aus der Herausbildung eines neuen Berufsbilds zwischen Wissenschaft und Verwaltung an den Hochschulen ergeben. Hier stehen die Karrierewege und die Weiterbildung von Wissenschaftsmanagerinnen und -managern im Fokus, die Qualität von Lehre, Forschung und Transfer in ihren Einrichtungen an entscheidender Stelle steuern können. Im vierten und letzten Cluster Qualitätsentwicklung und Fachkulturen werden unter anderem die Verankerung von Qualitätssystemen und etwaige fachspezifische Ausprägungen untersucht: Werden von den Akteuren lediglich bestimmte Kennziffern angestrebt oder ist das Ziel einer höchstmöglichen Qualität im Arbeitsalltag fest verankert und wie kann eine solche Kultur befördert werden?

An die vier Themencluster der Förderlinie knüpfte der Vortrag von James Williams (Birmingham City University) an. Mit seinem Blick auf Thirty years of quality in higher education rundete er die Kick-Off Veranstaltung ab und führte den Anwesenden nicht nur die qualitative Entwicklung des Themenfelds selbst, sondern auch die Aktualität – auch aus internationaler Perspektive – aller vier Themencluster vor Augen.

Wie geht es weiter? Die Kick-Off Veranstaltung der BMBF-Förderlinie „Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft“ markiert den Ausbau der Forschung zu diesem Themenbereich im Kontext des Förderschwerpunkts Wissenschafts- und Hochschulforschung. Durch unterschiedliche Maßnahmen, die Publikation der Ergebnisse aber auch durch den direkten Einbezug der Praktikerinnen und Praktiker an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen, bis hin zu eigenen Transferansätzen der geförderten Projekte, wird sichergestellt werden, dass nicht nur empirisch gesicherte Befunde zur Qualitätsentwicklung generiert werden, sondern dieses Wissen auch zum Einsatz in Wissenschaft und Wissenschaftsadministration kommt.

Weitere Informationen und eine Übersicht der 15 Einzel- und Verbundprojekte (insgesamt 24 Teilvorhaben) und die beteiligten Personen der Förderlinie „Qualitätsentwicklungen in der Wissenschaft“ finden Sie hier.