Forschung zur digitalen Hochschulbildung

digitale Hochschulbildung

Welchen Beitrag leisten online-gestützte Lehr- und Lernmethoden an den Hochschulen? Worin besteht ihr Mehrwert und wo sind technische, didaktische und organisatorische Hemmnisse zu beseitigen?

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) etablierte Forschungsfeld „Digitale Hochschulbildung“ innerhalb des Förderschwerpunkts „Wissenschafts- und Hochschulforschung“ widmet sich intensiv innovativen digitalen Lehr-Lern-Formaten sowie deren strukturellen Gestaltungs- und Gelingensbedingungen auf unterschiedlichen Hochschulebenen.

Forschungspotenzial digitaler Hochschulbildung

Die Digitalisierung in der Hochschulbildung zeichnet sich durch eine Vielzahl von Formaten und Anwendungsformen aus. Neben der Lehre selbst verändern diese auch den Bereich des Prüfens und schaffen neue Möglichkeiten zur Beratung von Studierenden.

Verbreitung und Nutzung digitaler Medien in der Hochschulbildung schreiten bislang allerdings nur zögerlich voran und bleiben noch hinter dem, was den digitalen Medien an Möglichkeiten zugeschriebenen wird, weit zurück. Das könnte daran liegen, dass noch zu wenig wissenschaftlich abgesichertes Wissen über diese innovativen Lehr-Lern-Formate und ihre hochschulinternen Voraussetzungen vorhanden ist. Daher fördert das BMBF Projekte zur digitalen Hochschulbildung in verschiedenen Anwendungsbereichen. Ziel ist es, für Politik und Praxis wissenschaftlich fundiertes Handlungswissen zu funktionierenden digitalen Formaten, ihren Rahmen- und Gelingensbedingungen sowie den Innovationshemmnissen zu generieren.

Innovative Projekte zu Wirkungen und Grenzen digitaler Hochschulbildung

In den geförderten Projekten werden zum einen die Wirksamkeit und die Wirkungen verschiedener bewährter, vor allem aber auch innovativer Ansätze und Formate in der digitalen Hochschulbildung untersucht. Dabei spielen Risiken und Grenzen eine Rolle, die beispielsweise den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte betreffen. Im Vordergrund stehen theoretisch fundierte Projekte mit empirischer Herangehensweise. Trendanalysen und Forschungssynthesen sind ebenfalls eingeschlossen.

Relevante Themenfelder im Bereich digitaler Hochschulbildung

Im Rahmen der ersten Förderlinie werden drei Themenfelder genauer beforscht: Zum ersten Themenfeld „Adaptive Lern- und Prüfungsszenarien“ zählen Systeme, die sich an die individuellen Bedürfnisse und Wissensstände der Lernenden anpassen können (z. B. Online-Self-Assessment-Systeme). Hier wird untersucht, inwiefern diese Systeme zu einem höheren Lernzuwachs, höherer Lernmotivation oder auch zu einem repräsentativeren Prüfungsergebnis führen können. Im zweiten Themenfeld „Interaktivität und Multimedialität digitaler Lernszenarien“ werden die aktivierenden Faktoren digitaler Medien und entsprechender didaktischer Konzepte auf ihre Wirksamkeit bzgl. des Lernerfolgs untersucht, während das dritte Themenfeld „Innovatives forschungsorientiertes Lernen“ die Möglichkeiten einer stärkeren Verknüpfung von Theorie und Praxis durch digitale Formate in den Blick nimmt. Untersuchungsgegenstand ist daher der Einfluss der Verknüpfung auf die Wissenskonstruktion der Lernenden. Die Projekte der ersten Förderlinie werden seit März 2017 gefördert.

Im Rahmen der zweiten Förderlinie werden insbesondere innovative, disruptive Themen der digitalen Hochschulbildung beforscht. Interdisziplinäre Forschungskonsortien zielen dabei auf den Auf- und Ausbau international wettbewerbsfähiger Forschungskompetenz zu didaktischen, technologischen und organisatorischen Fragestellungen digitaler Bildungsformate. Die Forschungsprojekte sichern damit Deutschland in Fragen des Einsatzes digitaler Lehr-/Lernformate an Hochschulen einen Spitzenplatz in der Forschung und unterstreichen die Innovationsfähigkeit deutscher Hochschullehre. Die Projekte der zweiten Förderlinie werden seit November 2018 gefördert.

Die dritte Förderlinie fokussiert die anwendungsnahe Erforschung, Entwicklung und Erprobung prototypischer, digitaler Lehr- und Lernkonzepte innerhalb einzelner Disziplinen und Fächer auf Studiengangs- oder Modulebene – sogenannter digitaler Fachkonzepte – um eine Weiterentwicklung von Lehr- und Prüfungsformaten innerhalb der jeweiligen Fachkulturen voranzubringen. Unter Einbeziehung von Fachgesellschaften, Fakultätentagen oder Fachverbänden innerhalb der Einzel- und Verbundprojekte soll eine standortübergreifende Transferkooperation zur Etablierung der digitalen Fachkonzepte an mehreren Standorten gewährleistet werden. Die Veröffentlichung des Förderangebots der dritten Förderlinie erfolgt am 9.11.2018.


Links

Zur Förderbekanntmachung der dritten Förderlinie auf der Homepage des BMBF. 

Zur Förderbekanntmachung der zweiten Förderlinie auf der Homepage des BMBF.

Zur Förderbekanntmachung der ersten Förderlinie auf der Homepage des BMBF.


Presse

Pressegespräch vom 13.03.2017:

In Berlin waren beim Pressegespräch vertreten (v.l.): Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg Essen), Oliver Janoschka (Hochschulforum Digitalisierung), Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, Dr. Muriel Helbig (FH Lübeck), Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter (Universität Oldenburg)
© BMBF/HansJoachim Rickel

Pressemitteilung:
https://www.bmbf.de/de/auf-dem-weg-zum-virtuellen-hoersaal-3951.html

Medienecho:
Tagesspiegel.de, 13.03.2017, Tillmann Warnecke, „Virtuelle Hochschule - Grenzen der digitalen Lehre“, http://www.tagesspiegel.de/wissen/virtuelle-hochschule-grenzen-der-digitalen-lehre/19510716.html (basierend auf Printausgabe)

fr.de, 13.03.2017, Serena Bilanceri, „Auf dem Weg zum virtuellen Hörsaal“, http://www.fr.de/wissen/digitalisierung-auf-dem-weg-zum-virtuellen-hoersaal-a-1206266 (basierend auf Printausgabe)

Deutschlandfunk, Campus & Karriere, 13.03.2017, komplette Sendung, http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/03/13/campus_und_karriere_13032017_komplette_sendung_dlf_20170313_1435_7f22afb1.mp3, (Bericht über die Projekt der Förderlinie bei Minute 6:52 bis 11:01)